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  • Parodontologische Untersuchung in unserer Zahnarztpraxis in Reutlingen

Parodontitis-Behandlung in Reutlingen

Parodontitis entwickelt sich häufig langsam und lange Zeit nahezu unbemerkt. Zahnfleischbluten, Mundgeruch, zurückgehendes Zahnfleisch oder lockerer werdende Zähne können erste Hinweise sein – Schmerzen treten dagegen nicht immer auf.

Die gute Nachricht: Parodontitis lässt sich heute systematisch behandeln und langfristig stabilisieren.

In unserer Praxis betrachten wir deshalb nicht nur einzelne Zahnfleischtaschen. Wir berücksichtigen Ihre Mundgesundheit, persönliche Risikofaktoren, mögliche Allgemeinerkrankungen und – wenn erforderlich – auch die funktionelle Belastung Ihrer Zähne durch Pressen oder Knirschen.

Unser Ziel ist klar: Entzündungen kontrollieren, zusätzliche Belastungen erkennen und Ihre eigenen Zähne möglichst lange stabil erhalten.

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Zahnärztliche Beratung zur Parodontitis-Behandlung in Reutlingen

Erkennen. Behandeln. Stabilisieren. Langfristig erhalten.

Parodontitis ist mehr als Zahnfleischbluten

Parodontitis ist eine chronische entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates.

Ausgangspunkt ist ein bakterieller Biofilm am Zahnfleischrand und unterhalb des Zahnfleisches. Gleichzeitig spielt die Reaktion des eigenen Immunsystems eine wichtige Rolle. Bleibt die Entzündung bestehen, können die Fasern und der Knochen, die den Zahn halten, nach und nach verloren gehen.

Genau darin unterscheidet sich die Parodontitis von einer Gingivitis: Bei einer Gingivitis ist zunächst nur das Zahnfleisch entzündet. Bei einer Parodontitis ist bereits Zahnhaltegewebe betroffen.

Dieser Prozess kann lange Zeit ohne deutliche Schmerzen verlaufen. Deshalb ist die frühzeitige Erkennung besonders wichtig.

Zahnfleischbluten

Wiederholtes Zahnfleischbluten beim Putzen oder bei der Reinigung der Zahnzwischenräume sollte abgeklärt werden.

Zahnfleischrückgang

Wenn Zähne länger wirken oder Zahnhälse sichtbar werden, kann eine Rezession vorliegen. Dahinter muss jedoch nicht automatisch eine Parodontitis stecken.

Lockere oder wandernde Zähne

Bei fortgeschrittenem Verlust des Zahnhalteapparates können Zähne beweglicher werden, ihre Position verändern oder sich beim Kauen anders anfühlen.

Parodontitis tut nicht immer weh. Gerade deshalb sollten Veränderungen am Zahnfleisch ernst genommen werden.

Messung und Untersuchung des Zahnhalteapparates bei Parodontitis

Diagnostik: verstehen, bevor wir behandeln

Eine gute Parodontitistherapie beginnt mit einer sorgfältigen Untersuchung.

Wir beurteilen unter anderem Zahnfleisch, Sondierungstiefen, Blutungszeichen, Zahnbeweglichkeit und die Situation des Zahnhalteapparates. Je nach Befund werden auch aktuelle Röntgenaufnahmen berücksichtigt.

So können wir einschätzen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, welche Bereiche besonders betroffen sind und welche Behandlung sinnvoll ist.

Ebenso wichtig sind persönliche Risikofaktoren und zusätzliche Belastungsfaktoren. Rauchen, Diabetes, Mundhygiene und verschiedene gesundheitliche Voraussetzungen können für Verlauf und Prognose relevant sein.

Zeigen sich zusätzlich Zahnbeweglichkeit, Zahnwanderungen, ausgeprägter Abrieb, Knirschen oder Pressen, betrachten wir auch die funktionelle Belastung.

So entsteht kein Standardprogramm, sondern ein Behandlungskonzept, das sich an Ihrer individuellen Situation orientiert.

Wir behandeln nicht nur Zahnfleischtaschen – wir betrachten die gesamte Situation des Zahnes.

Parodontitis behandeln wir Schritt für Schritt

Die Diagnose Parodontitis klingt für viele Patientinnen und Patienten zunächst beunruhigend.

Eine moderne Parodontitistherapie bedeutet aber nicht, dass alles auf einmal gemacht werden muss.

Wir gehen strukturiert vor. Zuerst erfassen wir, wie ausgeprägt die Erkrankung ist und welche persönlichen Risikofaktoren eine Rolle spielen. Anschließend behandeln wir gezielt die entzündeten Bereiche und kontrollieren, wie das Gewebe darauf reagiert.

Erst danach entscheiden wir, ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind – beispielsweise zusätzliche parodontalchirurgische, funktionelle oder restaurative Behandlungsschritte.

So viel wie nötig – aber nicht mehr als sinnvoll.

1. Untersuchung & Diagnose

Wir erfassen die parodontale Situation und beurteilen, welche Bereiche tatsächlich behandlungsbedürftig sind.

2. Risiken & Belastungen

Rauchen, Diabetes und weitere gesundheitliche Faktoren werden berücksichtigt. Bei auffälligem Knirschen, Pressen oder Zahnbeweglichkeit betrachten wir zusätzlich die funktionelle Belastung.

3. Mundhygiene optimieren

Wir zeigen Ihnen konkret, welche Bereiche besondere Aufmerksamkeit benötigen und welche Hilfsmittel für Ihre Mundsituation sinnvoll sind.

4. Entzündete Bereiche behandeln

Biofilm und harte Ablagerungen werden gezielt auch unterhalb des Zahnfleischrandes aus den behandlungsbedürftigen Bereichen entfernt.

5. Ergebnis kontrollieren

Nach einer Heilungsphase überprüfen wir, wie Zahnfleisch und Zahnfleischtaschen auf die Behandlung reagiert haben.

6. Langfristig stabilisieren

Mit regelmäßiger unterstützender Parodontitistherapie und – falls funktionell erforderlich – zusätzlichen Schutzmaßnahmen helfen wir, den erreichten Zustand langfristig zu sichern.

Nachsorge ist ein Teil der Behandlung

Unterstützende Parodontitistherapie – UPT

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Deshalb endet eine erfolgreiche Behandlung nicht mit der aktiven Therapie.

In der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) kontrollieren wir regelmäßig Zahnfleisch, Entzündungszeichen, relevante Zahnfleischtaschen und die Stabilität der betroffenen Zähne.

Behandlungsbedürftige Bereiche werden gereinigt und Ihre häusliche Mundpflege bei Bedarf angepasst. Wie häufig diese Termine sinnvoll sind, richtet sich nach Ihrem persönlichen Erkrankungsrisiko.

Bei Patientinnen und Patienten mit zusätzlichem Knirschen, Pressen oder funktioneller Überlastung behalten wir auch die Belastungssituation langfristig im Blick.

Unser Ziel ist nicht nur, die Entzündung zu behandeln – sondern das erreichte Ergebnis möglichst langfristig stabil zu halten.

Unterstützende Parodontitistherapie und parodontale Nachsorge in Reutlingen

Langfristiger Zahnerhalt entsteht durch Entzündungskontrolle, regelmäßige Nachsorge und – wenn erforderlich – auch durch die Kontrolle funktioneller Belastungen.

Zahnfleisch und Allgemeingesundheit hängen zusammen

Der Mund ist kein isolierter Teil des Körpers.

Bei Parodontitis spielen Entzündungsprozesse, Immunsystem, Lebensstil und Allgemeinerkrankungen zusammen. Deshalb interessiert uns nicht nur Ihr Zahnfleisch, sondern auch Ihre allgemeine Gesundheit.

Diabetes

Besonders gut untersucht ist der Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis.

Beide Erkrankungen können sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann die parodontale Situation verschlechtern. Gleichzeitig kann eine erfolgreiche Parodontitistherapie bei Menschen mit Diabetes auch die Stoffwechseleinstellung unterstützen.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin und hausärztlicher beziehungsweise diabetologischer Betreuung ist deshalb sinnvoll.

Rauchen

Rauchen gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren einer Parodontitis.

Besonders tückisch: Zahnfleischbluten kann bei Rauchern weniger deutlich sichtbar sein, obwohl eine Erkrankung besteht.

Herz & Kreislauf

Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten statistisch häufiger gemeinsam auf und teilen verschiedene Risikofaktoren.

Das bedeutet nicht, dass eine Parodontitis automatisch eine Herzerkrankung verursacht. Mundgesundheit und Allgemeingesundheit sollten dennoch nicht völlig getrennt voneinander betrachtet werden.

Gesundes Zahnfleisch ist Teil der allgemeinen Gesundheit.

Aufbissschiene und Funktionsdiagnostik bei Parodontitis und Knirschen

Knirschen, Pressen und Parodontitis – die Belastung zählt mit

Parodontitis ist in erster Linie eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Knirschen oder Pressen allein verursacht diese Entzündung nicht.

Trotzdem kann die funktionelle Belastung für Verlauf und langfristige Stabilität wichtig sein.

Beim Knirschen und Pressen können erhebliche Kräfte entstehen. Ein gesunder Zahnhalteapparat kann Belastungen anders kompensieren als ein Zahn, der durch eine Parodontitis bereits einen Teil seines knöchernen Haltes verloren hat.

Bei einem reduzierten Zahnhalteapparat können starke beziehungsweise ungünstige Belastungen daher zusätzlich ins Gewicht fallen. Hinweise können zunehmende Zahnbeweglichkeit, Zahnwanderungen, Beschwerden beim Kauen, ausgeprägter Zahnabrieb oder eine ungünstige Belastung vorhandenen Zahnersatzes sein.

Deshalb berücksichtigen wir bei parodontal vorgeschädigten Zähnen nicht nur die Entzündung, sondern auch die Kräfte, die auf den Zahn wirken.

Entzündung behandeln – Belastung kontrollieren

Die parodontale Entzündung muss konsequent behandelt und stabilisiert werden.

Zeigen sich zusätzlich Hinweise auf Bruxismus, Pressen, Zahnbeweglichkeit oder eine funktionelle Überlastung, kann eine ergänzende Funktionsdiagnostik sinnvoll sein.

Je nach Befund können daraus weitere Maßnahmen entstehen – beispielsweise eine individuell angepasste Aufbissschiene oder andere funktionelle beziehungsweise restaurative Behandlungsschritte.

Mehr über CMD & Funktionsanalyse

Schienentherapie als zusätzlicher Schutz in der Erhaltungsphase

Bei Patientinnen und Patienten mit Parodontitis und gleichzeitigem Knirschen, Pressen oder funktioneller Überlastung kann eine individuell angepasste Schiene auch nach Abschluss der aktiven Parodontitistherapie sinnvoll sein.

Sie behandelt nicht die parodontale Entzündung selbst. Als zusätzliche Schutzmaßnahme kann sie aber helfen, funktionelle Belastungsspitzen auf Zähne, einen bereits reduzierten Zahnhalteapparat und vorhandenen Zahnersatz zu begrenzen.

Gerade in der langfristigen Erhaltungsphase kann diese funktionelle Absicherung bei entsprechender Indikation ein sinnvoller zusätzlicher Baustein sein.

Ob eine Schiene erforderlich ist, welche Schienenform geeignet ist und wie sie eingestellt werden sollte, entscheiden wir individuell nach Ihrem Befund.

Erhaltung bedeutet für uns: Entzündung kontrollieren – und vermeidbare zusätzliche Belastungen möglichst reduzieren.

Zahnfleischrückgang bedeutet nicht automatisch Parodontitis

„Mein Zahnfleisch geht zurück – habe ich Parodontitis?“ Diese Frage hören wir häufig.

Die Antwort lautet: nicht unbedingt.

Bei einer Rezession zieht sich der Zahnfleischrand zurück und ein Teil der Zahnwurzel wird sichtbar. Das kann im Rahmen einer Parodontitis auftreten – muss aber nicht.

Auch bei einem ansonsten gesunden Zahnhalteapparat können Rezessionen entstehen.

Warum geht Zahnfleisch zurück?

Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren sind beispielsweise ein dünner Zahnfleischtyp, ungünstige Zahnpositionen, anatomische Besonderheiten, kieferorthopädische Veränderungen, restaurative Faktoren oder eine zu kräftige beziehungsweise traumatische Putztechnik.

Funktionelle Auffälligkeiten sollten im Gesamtbild ebenfalls nicht ignoriert werden. Eine reine Bissbelastung ist wissenschaftlich nicht als alleinige Ursache einer Rezession gesichert. Finden wir jedoch gleichzeitig ausgeprägten Abrieb, Pressen, Zahnbeweglichkeit oder andere Zeichen einer Überlastung, beziehen wir diese Faktoren in die Gesamtbeurteilung ein.

Deshalb behandeln wir nicht einfach nur das sichtbare Zurückgehen des Zahnfleisches, sondern versuchen zunächst zu verstehen, warum die Rezession entstanden ist und welche Faktoren ihre Stabilität beeinflussen können.

Zahnfleischrückgang mit freiliegendem Zahnhals
Parodontologische Behandlung bei Zahnfleischrückgang und Rezession

Muss zurückgegangenes Zahnfleisch immer behandelt werden?

Nein. Nicht jede Rezession benötigt automatisch einen chirurgischen Eingriff.

Entscheidend sind Ursache, Ausmaß, Verlauf, Gewebetyp und Ihre individuellen Beschwerden.

Eine Behandlung kann beispielsweise sinnvoll werden, wenn freiliegende Zahnhälse empfindlich sind, die Reinigung schwierig wird, die Rezession fortschreitet oder die Ästhetik deutlich beeinträchtigt.

Zunächst prüfen wir mögliche Ursachen und optimieren gegebenenfalls Mundhygiene und Putztechnik. Bestehen gleichzeitig funktionelle Auffälligkeiten, berücksichtigen wir auch diese in der Gesamtplanung.

Bei ausgewählten Situationen können plastisch-parodontalchirurgische Verfahren zur Verdickung des Gewebes oder zur Deckung freiliegender Wurzelbereiche infrage kommen.

Welche Behandlung sinnvoll und welche Wurzeldeckung realistisch möglich ist, hängt immer vom individuellen Befund ab.

Auch Implantate brauchen gesundes Gewebe

Entzündungen können nicht nur natürliche Zähne betreffen, sondern auch das Gewebe rund um Implantate.

Deshalb achten wir bei Patientinnen und Patienten mit Implantaten besonders auf Zahnfleisch, Reinigungsmöglichkeiten und regelmäßige Kontrollen.

Zeigen sich Entzündungszeichen, sollte frühzeitig geklärt werden, ob eine periimplantäre Erkrankung vorliegt.

Bei zusätzlichem Knirschen oder Pressen behalten wir außerdem die funktionelle Belastung der Implantatversorgung im Blick.

Auch hier gilt: Gute Nachsorge ist ein wesentlicher Teil einer hochwertigen Versorgung.

Mehr über Implantologie
Kontrolle von Zahnfleisch und Implantaten bei der parodontalen Nachsorge

Was Sie selbst zum Behandlungserfolg beitragen können

Zahnzwischenräume pflegen

Gerade bei Parodontitis ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume ein wichtiger Bestandteil der Mundpflege. Wir zeigen Ihnen, welche Hilfsmittel für Ihre Situation geeignet sind.

Nachsorgetermine einhalten

Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, erneute Entzündungsaktivität früh zu erkennen und auch Veränderungen der Zahnbeweglichkeit oder Belastung rechtzeitig wahrzunehmen.

Risiken & Belastungen reduzieren

Rauchstopp, eine gute Diabeteseinstellung und – bei entsprechender funktioneller Indikation – das konsequente Tragen einer individuell angepassten Schiene können Teil der langfristigen Erhaltungsstrategie sein.

Unser Ziel ist nicht, Ihnen zu zeigen, was Sie „falsch“ machen – sondern gemeinsam Bedingungen zu schaffen, unter denen Ihre Zähne möglichst lange stabil bleiben können.

Zähne erhalten beginnt mit einem stabilen Zahnhalteapparat

Zahnfleischbluten, zurückgehendes Zahnfleisch oder lockere Zähne sollten nicht einfach beobachtet werden.

Je früher wir wissen, was dahintersteckt, desto gezielter können wir handeln.

Wenn bereits eine Parodontitis bekannt ist, begleiten wir Sie von der Diagnostik über die aktive Behandlung bis zur langfristigen Nachsorge – und berücksichtigen bei Bedarf auch funktionelle Belastungen und eine ergänzende Schienentherapie.

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Häufige Fragen zu Parodontitis, Zahnfleischrückgang und Funktion

Was ist der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis?

Bei einer Gingivitis ist das Zahnfleisch entzündet, ohne dass bereits Zahnhaltegewebe verloren gegangen ist. Bei einer Parodontitis sind zusätzlich die Strukturen betroffen, die den Zahn halten – insbesondere Faserapparat und Kieferknochen.

Tut Parodontitis weh?

Häufig nicht. Gerade frühe und mittlere Stadien können lange ohne deutliche Schmerzen verlaufen. Zahnfleischbluten, Mundgeruch, zurückgehendes Zahnfleisch oder zunehmende Zahnbeweglichkeit können deshalb wichtige Hinweise sein.

Kann Parodontitis geheilt werden?

Bereits verlorener Zahnhalteapparat lässt sich nicht einfach vollständig zurückholen. Die Entzündung kann jedoch behandelt und die Erkrankung bei konsequenter Nachsorge häufig langfristig stabilisiert werden.

Muss bei einer Parodontitis immer operiert werden?

Nein. Die Behandlung beginnt in der Regel nicht-chirurgisch. Nach einer Heilungsphase kontrollieren wir das Ergebnis. Erst dann wird entschieden, ob an einzelnen Stellen weitere Maßnahmen sinnvoll oder erforderlich sind.

Ist eine Parodontitisbehandlung schmerzhaft?

Das Empfinden ist individuell und hängt vom Befund und Behandlungsumfang ab. Die zu behandelnden Bereiche können bei Bedarf lokal betäubt werden. Vor der Behandlung besprechen wir mit Ihnen in Ruhe, was geplant ist.

Wie lange dauert eine Parodontitisbehandlung?

Parodontitis wird nicht in einem einzigen Termin behandelt. Zur systematischen Therapie gehören Diagnostik, Vorbereitung, aktive Behandlung, eine spätere Befundkontrolle und anschließend die langfristige Nachsorge. Der genaue Ablauf richtet sich nach Ihrem individuellen Befund.

Ist Zahnfleischbluten normal?

Regelmäßig auftretendes Zahnfleischbluten sollte nicht als normal angesehen werden. Es kann ein Hinweis auf eine Entzündung sein und sollte untersucht werden.

Bedeutet zurückgehendes Zahnfleisch automatisch Parodontitis?

Nein. Eine Zahnfleischrezession kann im Zusammenhang mit Parodontitis auftreten, aber auch bei einem ansonsten gesunden Zahnhalteapparat entstehen. Deshalb ist eine genaue Untersuchung wichtig.

Kann falsches Zähneputzen Zahnfleischrückgang begünstigen?

Eine sehr kräftige beziehungsweise traumatische Putztechnik kann Zahnfleischrezessionen begünstigen. Deshalb betrachten wir bei freiliegenden Zahnhälsen auch Zahnbürste, Putztechnik und verwendete Hilfsmittel.

Kann Knirschen oder Pressen eine Parodontitis begünstigen?

Knirschen oder Pressen ist nicht die alleinige Ursache der entzündlichen Parodontitis. Bei einem bereits vorgeschädigten und reduzierten Zahnhalteapparat können hohe funktionelle Kräfte jedoch einen zusätzlichen Belastungsfaktor darstellen. Deshalb betrachten wir bei Zahnbeweglichkeit, Zahnwanderungen, starkem Abrieb oder Beschwerden auch die funktionelle Situation.

Was bedeutet sekundäres okklusales Trauma?

Von einem sekundären okklusalen Trauma spricht man, wenn funktionelle Kräfte auf einen Zahn treffen, dessen parodontaler Halt bereits reduziert ist und dessen Belastbarkeit dadurch geringer geworden ist. Mögliche klinische Hinweise können zunehmende Zahnbeweglichkeit, Zahnwanderungen oder Beschwerden beim Kauen sein.

Kann eine Schiene bei Parodontitis sinnvoll sein?

Ja – wenn zusätzlich Knirschen, Pressen oder eine funktionelle Überlastung vorliegt. Eine Aufbissschiene behandelt die parodontale Entzündung nicht. Bei entsprechender Indikation kann sie jedoch als zusätzliche Schutzmaßnahme helfen, Belastungsspitzen auf Zähne, einen reduzierten Zahnhalteapparat und vorhandenen Zahnersatz zu begrenzen.

Ist eine Schiene auch nach abgeschlossener Parodontitisbehandlung sinnvoll?

Bei entsprechender Indikation ja. Gerade in der Erhaltungsphase kann eine individuell angepasste Schiene bei Bruxismus oder funktioneller Überlastung ein zusätzlicher Schutzbaustein sein. Neben der regelmäßigen UPT behalten wir dann auch Zahnbeweglichkeit, Abrieb, Bisssituation und die Schiene selbst im Blick.

Kann Knirschen Zahnfleischrückgang verursachen?

Eine funktionelle Überlastung ist wissenschaftlich nicht als alleinige Ursache einer Zahnfleischrezession gesichert. Wenn gleichzeitig starker Abrieb, Zahnbeweglichkeit, Fehlstellungen oder andere funktionelle Auffälligkeiten bestehen, berücksichtigen wir diese Faktoren trotzdem bei der Gesamtbeurteilung.

Was hat Diabetes mit Parodontitis zu tun?

Diabetes und Parodontitis können sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Eine möglichst gute Blutzuckereinstellung ist deshalb auch für die parodontale Gesundheit wichtig. Gleichzeitig kann eine konsequente Parodontitisbehandlung bei Menschen mit Diabetes auch die Stoffwechseleinstellung unterstützen.

Hat Parodontitis etwas mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun?

Zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen wissenschaftlich beobachtete Zusammenhänge und gemeinsame Risikofaktoren. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Parodontitis automatisch eine Herzerkrankung verursacht. Eine zahnärztliche Behandlung ersetzt selbstverständlich keine internistische oder kardiologische Betreuung.

Warum ist Rauchen bei Parodontitis problematisch?

Rauchen gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren einer Parodontitis. Gleichzeitig kann Zahnfleischbluten bei Rauchern weniger deutlich erscheinen, sodass eine bestehende Entzündung leichter unterschätzt werden kann.

Welche Rolle spielt die professionelle Zahnreinigung?

Professionelle Prophylaxe ist für Vorsorge und langfristige Betreuung wichtig. Eine bereits behandlungsbedürftige Parodontitis benötigt jedoch eine gezielte Parodontitistherapie. Eine normale professionelle Zahnreinigung ersetzt diese nicht.

Was ist die UPT?

UPT steht für unterstützende Parodontitistherapie. Sie beginnt nach der aktiven Behandlung und dient dazu, den erreichten Zustand regelmäßig zu kontrollieren und möglichst langfristig zu stabilisieren. Je nach individueller Situation berücksichtigen wir dabei neben Entzündungszeichen auch Zahnbeweglichkeit, funktionelle Belastungen und gegebenenfalls eine vorhandene Aufbissschiene.

Wie häufig findet die UPT statt?

Das richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsrisiko und dem parodontalen Befund. Im Rahmen der gesetzlichen Parodontitistherapie sind unterschiedliche Mindestabstände vorgesehen. Welches Intervall bei Ihnen sinnvoll ist, besprechen wir anhand Ihres persönlichen Risikoprofils.

Kann eine Parodontitis wiederkommen?

Ja. Parodontitis ist eine chronische Erkrankung und kann nach erfolgreicher Behandlung erneut aktiv werden. Deshalb sind eine gute häusliche Mundhygiene und die individuell abgestimmte unterstützende Parodontitistherapie besonders wichtig.

Kann sich verlorener Knochen wieder aufbauen?

Ein bereits entstandener Knochenverlust bildet sich nicht automatisch vollständig zurück. In bestimmten geeigneten Situationen können regenerative parodontalchirurgische Verfahren infrage kommen. Ob dies möglich und sinnvoll ist, hängt vom individuellen Defekt und Gesamtbefund ab.

Kann zurückgegangenes Zahnfleisch wieder aufgebaut werden?

In bestimmten Situationen können plastisch-parodontalchirurgische Verfahren das Weichgewebe verdicken und freiliegende Wurzelbereiche teilweise oder weitgehend decken. Ob dies sinnvoll und vorhersehbar möglich ist, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab.

Was passiert, wenn ein Zahn bereits locker ist?

Zahnbeweglichkeit bedeutet nicht automatisch, dass ein Zahn verloren ist. Entscheidend sind unter anderem der noch vorhandene Zahnhalteapparat, die Entzündungsaktivität, Zahnposition und funktionelle Belastung. Gerade hier ist es wichtig, Entzündung und mechanische Belastung gemeinsam zu beurteilen.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Parodontitisbehandlung?

Bei entsprechender Behandlungsbedürftigkeit gehört die systematische Parodontitisbehandlung grundsätzlich zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Welche Behandlungsschritte im individuellen Fall erforderlich und übernommen werden, besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befundes. Zusätzliche funktionelle oder schienentherapeutische Maßnahmen müssen abhängig von Indikation und Versicherungsstatus gesondert beurteilt werden.

Fachlich geprüft durch:
Tanja Doster, Zahnärztin
Peter Palatka, Zahnarzt

Letzte fachliche Aktualisierung: Oktober 2026

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